Mit dem ZTE MF637 doch ins Internet unter Linux

Endlich ist es mir gelungen, den UMTS Stick ZTE MF637 doch unter meinem Linuxsystem nutzen zu können.

Ich nutze diesen Stick in Verbindung mit einer T-Mobile Flatrate für den Laptop, laut der Verpackung und dem Windowsinstallationsprogramm wird dieser Stick unter Linux unterstützt und zwar ohne Probleme. Auf den ersten Blick ahnt man nichts schlimmes, den kleinen Stern neben den Linuxsystem übersieht man recht schnell, aber der kleine Stern verweist für die Linuxtreiber auf die offizielle T-Mobile Webseite. Gesagt getan, bin ich eben auf diese Seite gegangen und was muss ich mit entsetzen feststellen? Es gibt kein Linuxtreiber, zumindest wird keiner zum Download angeboten.

Nun war guter Rat teuer, am nächsten Tag erstmal bei T-Mobile angerufen, dort wurde mir gesagt das es definitiv keine Linuxtreiber gibt und Linux doch nicht Supportet wird. Na sowas, was soll man als ehrlicher Kunde eigentlich noch glauben? Fakt ist was auf der Verpackung steht muss auch gewährleistet werden, aber da man vor Gericht nicht gegen T-Mobile ankommen würde musste ich mich geschlagen geben.

Doch es gibt eine Lösung, sie ist so simpel wie einfach und ist Distributionsunabhängig, also weit aus besser und freundlicher als die auf der Originalverpackung genannte Lösung 😉

Und hier die Lösung:

Man downloaded sich usb-modeswitch von hier und zwar benötigen wir das Programm in der Version 1.0.2 oder höher. Nach dem wir uns den Tarball gezogen haben entpacken wir das Programm in einen beliebigen Ordner und wechseln dann in den gerade entpackten Ordner.

Als nächstes editieren wir die usb_modeswitch.conf mit einem Editor unserer Wahl (Kate, Nano,GEdit…). Das schöne an unserem UMTS Stick ist das er die selben ID’s besitzt wie der ZTF MF638, alles verstanden? Nein, ist auch nicht so schlimm ich erkläre es gleich 😉
Also suchen wir mittels der Suchfunktion unseres Editors den ZTF MF638. Wenn wir diesen Eintrag gefunden haben müssen wir folgende Semikolons entfernen und zwar bei DefaultVendor, DefaultProduct, TargetVendor und TargetProduct und abspeichern.

Was passiert dabei? Mittels lsusb in der Konsole gibt uns unser System den UMTS Stick mit 19d2:2000 aus mit dem unser System aber nichts anfangen kann und hier kommt das Programm usb-modeswitch ins Spiel. Dieses Programm „switch“ sozusagen diese dem System unbekannte ID in eine ID mit dem es was anfangen kann. Das selbe macht der Windowstreiber im übrigen auch 😉

Nun machen wir noch folgendes.
Und zwar installieren wir unser Programm erst einmal mittels „sudo make install“ (Die Gänsefüße bitte nicht eingeben), danach verschieben wir unsere bearbeitete usb_modeswitch.conf mittels dem Befehl „sudo cp usb_modeswitch.conf /etc“ (Die Gänsefüße bitte nicht eingeben). Fertig sind wir damit noch nicht ganz, um zu testen ob es geklappt hat machen wir folgendes, den Stick einstecken und warten bis die rote Leuchte leuchtet, dann tippen wir „sudo usb_modeswitch“ (Die Gänsefüße bitte nicht eingeben) ein und warten. Das Programm hat erfolgreich alles geswitcht aber es dauert etwas bis unser System erkennt das ein UMTS Stick angeschlossen ist.

Wenn man sich nicht sicher ist ob das System alles richtig gemacht hat, testet man es mit lsusb man müsste feststellen das sich die ID des Sticks verändert hat. Stimmen die neuen angaben wählt man sich mit einer beliebigen Methode ein z.b. mit dem NetworkManager.

So um sich jetzt diese Schreibarbeit zu ersparen kann man sich noch einen Konsolenalias einrichten wie folgt: Öffnet die .bashrc in eurem Homeverzeichniss mit einem Editor eurer Wahl und fügt am Ende der Datei folgendes ein „alias switch=’sudo usb_modeswitch‚“ (Bitte nur das was dick geschrieben ist in eure .bashrc einfügen). Wenn ihr jetzt euch neuanmeldet könnt ihr mittels diesem Befehl einiges an Schreibarbeit ersparen.