Adri's Blog

Ein privates Blog

David gegen Goliath, oder Goliath gegen David?

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Normalerweise nutze ich ungern diesen Blog als Medium um Dampf abzulassen. Aber in dem Fall geht es nicht anders. Wer jetzt hier einen Artikel über Technik erwartet der wird enttäuscht. Hier dreht es sich diesmal um mich, den Menschen hinter dem Blog.
Für alle die es nicht interessiert sollten den Artikel auslassen, auch Leute die ungern lange Texte lesen den hier werden viele Wörter nieder geschrieben.

Wo fange ich am besten an? Das eine Frage die ich mir immer stelle wenn ich einen Post über privates schreibe. Das Jahr 2010. Das Jahr in dem ich das Gymnasium abgeschlossen habe, damals noch mit der Bestrebung das Abitur zu packen. Es kam aber leider doch alles anders, es kommt immer anders als man denkt. Zwei Punkte hatten mir gefehlt um das Abitur zu bekommen, stattdessen habe ich den theoretischen Teil des Fachabiturs bekommen. Fachabitur habe ich trotzdem nicht da der praktische Teil fehlte also hab ich erst einmal den Abschluss nach der 10. Klasse.

Diese Problematik war mir aber bewusst, so habe ich mir vorher schon Gedanken gemacht was ich tun sollte wenn der Abschluss bevor steht. Egal ob ich dann Abitur habe oder nicht, irgendwas wird eintreten also hatte ich mich entschieden eine Ausbildung anzufangen. Eine Ausbildung deshalb, weil ich nicht wusste ob ich bei bestehen des Abiturs studieren gehen sollte. Auch war mir nicht klar ob ich das Abitur bekomme um studieren zu gehen, so empfand ich eine Ausbildung ganz gut. Diese würde mir einerseits den praktischen Teil des Fachabiturs bescheinigen und auf der anderen Seite hätte ich dreieinhalb Jahre Berufserfahrung machen dürfen.Gesagt getan, Ausbildungen  gesucht die einem gefallen, Bewerbungen geschrieben und versendet, Bewerbungsgespräche geführt und auch einen Platz gefunden wo man lernen darf, ausgebildet wird. Zukunft. Damals war ich sehr froh eine Ausbildung gefunden zu haben, zwar war das keine Situation mehr wie vor einigen Jahren wo hier kaum Ausbildungsplätze existierten, aber es war ein neuer Weg denn man im Leben einschlägt, neue Erfahrungen die man sammeln wird. Das fand ich eben extrem gut und war deshalb auch sehr froh etwas gefunden zu haben.

Ich kann mich noch an den Tag vor beginn erinnern, die Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen da ich zu aufgeregt war auf meinen neuen Lebensabschnitt. Auch am Anfang des Tages war ich sehr nervös, wusste nicht was auf mich zu kommt. Doch diese Freude, dieses Glück hielt nicht wirklich lange an.

Das erste Lehrjahr verbrachte ich ausschließlich damit irgendwelche Dinge zu putzen. Irgendwelche Maschinenteile, Verkleidung. Aber auch Dinge wie Toiletten, Laden, Flure, Treppen gehörten zu diesen Dingen. Mit den anderen Lehrlingen natürlich, also Treppen und Co. Damals war ich noch naiv, dumm wie man das gerne betiteln mag und habe mir eingeredet/gedacht es wird sich ändern. Frei nachdem Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“.

Das dies aber alles andere als Klug war weiß ich heute. Meine Klassenkameraden waren damals viel weiter in der Materie als ich, kümmerte mich aber nicht, war ja der Meinung es wird besser bzw. es ist alles schon ok so. Das ganze ging so lange gut bis die Zwischenprüfung kam. Ich habe die Zwischenprüfung zwar bestanden, mit 4, aber das fand ich persönlich doch sehr ungenügend. Wobei ich nicht im theoretischen Teil schlecht abschnitt sondern eher im praktischen Teil.

Ich beschloss also mich entsprechend zu Wehren. Erst einmal habe ich versucht bei dem neuen Geschäftsführer der eingestellt worden ist meine Problematik, meine Angst um ein eventuelles nicht bestehen der Endprüfung vorgetragen. Auch das ich Arbeiten wie Toiletten reinigen usw. die nicht wirklich etwas mit der Ausbildung zu tun haben nicht mehr machen werde. Nun, das einzige was ich dazu zuhören bekam „Ich kann 400€ im Monat für eine Reinigungskraft investieren und damit dann keine neuen Azubis aufnehmen, oder ich investiere die 400€ im Monat in einen neuen Azubi.“ Eine sehr interessante Aussage die mir der neue Geschäftsführer da an den Kopf geworfen hatte, ich dachte mich tritt ein Pferd.

Das war für mich der Punkt ,wo ich mich dann auch Hilfe suchend an die für mich zuständige Kammer wandte. Als dort mein Problem vorgestellt wurde konnte man sich das gar nicht so direkt vorstellen. Dinge wie Toiletten putzen wurden zwar erwähnt aber auch Arbeiten wie Geländer abbauen (Ich leide im übrigen unter starker Höhenangst), Fugen auskratzen, Laminatboden ausreißen usw. wurden mit erwähnt damit man sich die Situation der nicht vorhanden Ausbildung besser vorstellen kann. Die Kammer war ja nicht mit dabei. Man versprach, nein man wollte schnell helfen doch schnell war hier eher ein Wort um mich wieder los zu werden.

Nur doof das ich in der ganzen Sache nicht locker gelassen habe, warum auch? Immerhin geht es hier um meine berufliche Zukunft und nicht um deren Ihrer die ja schon einen Beruf jahrelang ausüben. Man sagte mir ich möge doch einmal den Geschäftsführer fragen ob er im Oktober 2012 einen Termin hätte damit man diese, wohl offensichtlichen Differenzen, aussprechen kann. Das habe ich getan nur wurde ich da auch schon ziemlich harsch, nein lautstark vom Geschäftsführer angeschnauzt. Warum? Höchstwahrscheinlich weil sein Fußballclub am Tag zuvor verloren hatte, ein Spiel wo er persönlich dabei war.

Das ganze ging bis Februar diesen Jahres. Bis dahin hatte die Kammer es nicht nötig mir zu helfen bzw. ein Gespräch zur Schlichtung zu ersuchen. Doch im Februar geschah dann ein „Wunder“, um es mal bildlich zu sagen. Ein Wunder war es jedenfalls nicht. Es war alles andere doch kein Wunder.

Was ist passiert? Die Kammer, der Betrieb und ich haben uns zusammen gesetzt und wollten das „Problem“ lösen. Es saßen, der Mitarbeiter der Kammer, der Geschäftsführer, der Inhaber des Betriebs und ich in einem Raum. An einem Tisch. Ich habe mein Problem erklärt. Nein ich habe es versucht zu erklären. Der Inhaber war nämlich die ganze Zeit darauf aus, mir ins Wort zu fahren, mich zum Kündigen zu bringen. Um es kurz zu machen, er hat mich die ganze Zeit versucht fertig zu machen. Dabei sind Sätze gefallen wie „Ja dann gehen Sie doch“, „Wenn es Ihnen nicht gefällt gehen Sie bitte doch“, „Wir werden Sie nicht vermissen, wir werden eine Freudenparty veranstallten“, „Noch einmal meine dringlichste Bitte an Sie, kündigen Sie!“. Nicht nur der Inhaber hat versucht mich fertig zu machen, nein auch der Geschäftsführer versuchte sein bestes, dabei besichtigte er mich ganz gerne und ganz oft der Lüge. Man könnte jetzt denken das derjenige aus der Kammer einschritt oder der gleichen, nein weit gefehlt auch er war darauf aus mir eher das Leben schwer zu machen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen schwarzen Tag. Habe nicht umsonst ein Gedächtnisprotokoll an dem gleichen Tag noch angefertigt damit auch ja nichts verloren geht.  Ja man hatte sogar versucht mich als notorischen Schulschwänzer darzustellen. Auf meinem Zeugnis das ich am letzten Schultag bekommen hatte waren ganze 8 unentschuldigte Fehlstunden. Das diese nicht korrekt waren habe ich erzählt, doch man war der Meinung ich lüge. Das dem nicht so ist sieht man daran das die Schule mein Zeugnis korrigiert hat, inklusive Stellungnahme.

Ende vom Lied? Bzw. Ende von dem Gespräch? Als der Inhaber merkte das ich es ernst meine, nicht Lüge, sondern die ganze Scheiße die im Betrieb am Dampfen ist aufdecken kann, schlug er mit aller Kraft auf den Tisch und hat mich mündlich gekündigt. Achja, wollt ihr mal wissen was er zu dem Toiletten putzen sagte? Das müssen alle Mitarbeiter machen in dem Betrieb. Nur ganz, aber wirklich nur ganz kleines bisschen doof das ich noch nie jemand anderen außer die Auzubis dabei gesehen habe, ja selbst heute ist das immer noch genau so.

Tja stehste da, gekündigt. Keine Ausbildung mehr, keine Zukunft. Du siehst alles den Berg hinter fallen. Hilfe? Gabs keine. Der Typ von der Kammer meinte ich muss mich arbeitslos melden. Einen neuen Platz hat er mich nicht gesucht, nein hat er nicht einmal versucht. Arbeitsamt? Wusste auch nicht was zu tun ist. Dann kam später die schriftliche Kündigung inklusive dubioser Abmahnungen die vorn und hinten nicht stimmten. Anwalt genommen, andere Betriebe die das selbe ausbilden gesucht, Gespräche geführt. Nichts. Gar nichts. Neue Ausbildung anfangen? Gerne, doch das selbe, Gespräche geführt und nichts.

Dann, März 2013, Gerichtsverhandlung. Angeklagter bestreitet das es ein Ausbildungsvertrag gibt. Es stellt sich raus das die Firma die angeklagt war nicht meine Firma war die mich ausbildet. Das typische bei einer Firmengruppe. Also? Klageschrift auf den Inhaber umgeschrieben, fertig, Warten. April 2013, neue Gerichtsverhandlung. Inhaber erschien und meinte den Richter bestechen zu können mit seinen Zertifikaten die er mitbrachte und den Gesichten die er erzählte. Es hat nur das Geld gefehlt, es sah aus wie eine Bestechung. Der Richter war mir der liebste, diese Sache hat er sofort abgeschmettert, man merkte das er davon genervt war. Wäre ich sicherlich auch an dieser Stelle. Der Richter fragte den Inhaber dann direkt warum er mich gekündigt hat. Man antwortete ihm das ich ein Lügner sei..Schulschwänzer (Ihr erinnert euch, die 8 unentschuldigten Fehlstunden)..korrigiertes Zeugnis dem Richter vorgelegt samt Schriftstück der Schule..der Richter war nicht gerade erfreut darüber das man mir nicht geglaubt hat, desweiteren hat er den Inhaber einmal darüber aufgeklärt wie man richtig kündigt. Drei Abmahnungen mit der Kündigung per Einschreiben ist nämlich nicht korrekt.

Was passierte? Ein Vergleich wurde erlassen, Ausbildung ging am nächsten Tag weiter und mein Arbeitgeber musste mir Geld zahlen. Schön oder? Denkste. Jeder der bis hier hin mit gelesen hat weiß ganz genau was passieren wird und was passiert ist. Man war nicht wirklich erfreut darüber das ich Recht bekommen habe, das ich es geschafft habe mein Recht zu bekommen. Von da an ist im übrigen im Bezug auf Ausbildung gar nichts mehr passiert. Dafür wurde ich gemobbt, ausgegrenzt usw. das volle Programm eben.

Es folgten noch ein paar weitere Versuche die Ausbildung einzufordern. Auch bei der Kammer habe ich weiterhin nicht locker gelassen, natürlich war bis jetzt alles vergebens. Ich sitze täglich 8 Stunden in meinem Raum und bilde mich selber weiter, in der Hoffnung das dies mir was bringt um die Prüfung, welche im Januar ist, zu bestehen.

Ich habe mir auch einen neuen Anwalt genommen, einen der sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat, einen bei dem ich mich besser auf gehoben fühle. Ich versuche derzeit gegen meinen Betrieb wieder eine Klage, warum? Man ist der Meinung man könne mir Urlaustage abziehen für die Zeit in der ich gekündigt war. Achja, mit der Kündigung im Februar kam ein 5 jähriges Hausverbot dazu, ich hätte also gar nicht hin gehen können hätte ich es gewollt.

Ich habe mich in diesem halben Jahr sehr verändert. Negativ, positiv? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur das ich aggressiver geworden bin, mich mehr zurück gezogen habe um meine Ruhe zu bekommen. Aber auch im Februar, ich wusste weder ein noch aus, wusste nicht wie es weiter geht. Sicher ich habe mich geändert, viel zu sehr negativ, aber wer kann einem das schon verübeln bei dieser Geschichte?

Das schlimme daran, man bekommt keine Hilfe und noch schlimmer, es kann sich keiner Vorstellen das dies wirklich so passiert ist. Die Leute die darüber bescheid wissen können sich das vorstellen aber den Leuten denen ich das erzählt habe, weil sie es halt wissen wollten oder man es erzählen musste (Anwalt wäre da eine Person) die können sich das einfach nicht vorstellen. Es klingt auch eher wie ein schlechter Roman von einem Autor der einfach keine Bücher schreiben kann, aber dem ist leider nicht so.

In dieser Zeit habe ich dann aber trotzdem einige neuer netter Menschen kennen gelernt, auch habe ich mich immer wieder gefragt warum mir so eine Scheiße passieren muss. Nun diesen Selbstmitleid habe ich dann auch sehr fix beiseite geschoben da ich Schicksale kennengelernt habe die, so finde ich, viel schlimmer dran sind als ich. Kämpfen. Ja kämpfen ist das was ich erlernen musste, nicht wie im Film sondern richtiges kämpfen. Und es viel mir sehr oft sehr schwer.

Autor: Adrian

Hallo, mein Name ist Adrian. Windows- und Linux-User, Technik affiner Mensch mit faibel zu guten Videospielen. Ich blogge über Thematiken die mich besonders interessieren, welche meist aus der Windows-, Linux- und Android-Welt enstpringen, da mich diese Plattformen seit langem täglich begleiten.

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